Weichen für erste Schülergenossenschaft in Bayern gestellt

Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Neustadt unterzeichnet Kooperationsvertrag

Neustadt, September 2017

Vorstand Klaus Gimperlein brachte gemeinsam mit der Schulleitung und Schülern der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule Neustadt und im Beisein von Johann Seitz, dem Ministerialbeauftragen für die Realschulen in Mittelfranken, am 20.09.2017 die erste Schülergenossenschaft Bayerns auf den Weg.

  • Die VR meine Bank eG fungiert dabei als Partnergenossenschaft und freut sich, dass mit der Realschule in Neustadt die erste bayerische Schülergenossenschaft gegründet wird.
  • Nach der Vertragsunterzeichnung geht es jetzt richtig los für die Schüler, deren erste Aufgaben das Erstellen des Businessplanes, der Satzung und die Planung der Gründungsversammlung sein werden.
  • Ende November soll der Startschuss für die "BonhoefferStudios eSG" fallen.

 

Begleiten Sie uns auf dem Weg zur Gründung der ersten bayerischen Schülergenossenschaft

Was bisher geschah:

Die Rechtsform „Genossenschaft“ überzeugte die Schulleitung bei der Umsetzung einer Schülerfirma

da sie langfristig angelegt ist und nachhaltiges Wirtschaften fördert.

 

Die Dietrich-Bonhoeffer-Realschule will mit der "BonhoefferStudios eSG" Teil der langen Erfolgsgeschichte werden.

Die Idee hatte zunächst Herr Michael Gerling, Lehrkraft für Mathematik, Physik und IT und Zweiter Konrektor an der DBRS, der immer wieder Schülerinnen und Schüler zum Fotografieren animierte und anleitete. Den Stein ins Rollen brachte schließlich Martina Neumeister, Lehrkraft für Englisch, BwR und WR und Mitglied in der Schulleitung, die, angetrieben durch neun Schülerinnen und Schüler eine Schülerfirma realisieren wollte.

Von dem Vorhaben erzählte sie eher beiläufig den Vertretern der örtlichen VR meine Bank eG, die von dem Vorhaben begeistert waren und für die Umsetzung die Rechtsform der Genossenschaft ins Gespräch brachten. Von dieser Idee war Realschuldirektorin Martina Paulini sofort begeistert und konnte viele weitere Kolleginnen und Kollegen schnell von dem Projekt überzeugen und zum Mitmachen motivieren.

Eine Idee wird geboren

Von der Idee zur Geschäftsidee - mit der Genossenschaftsidee

BonhoefferStudios eSG erstellt und verkauft Fotos von Schülern und Schulveranstaltungen

 

Bisher wurden am Schuljahresende Klassenfotos für den Jahresbericht der Schule durch einen Fotografen gemacht. Die Schüler konnten sich, falls gewünscht, ebenfalls ein Klassenfoto bestellen, allerdings mussten diese bezahlt werden.

Da im IT-Unterricht u.a. auch die Bildbearbeitung laut Lehrplan behandelt wird und häufig Schülerinnen und Schüler auch selbst in ihrer Freizeit fotografieren, entstand die Idee, dass Schülerinnen und Schüler in Form einer Schülerfirma zunächst die Klassenfotos übernehmen könnten.

„Angehende Fotografen und auch wirtschaftlich Interessierte“ ab der 7. Klasse konnten eine kleine Bewerbungsmappe abgeben. Da aber auch betriebswirtschaftliche Aufgaben und rechtliche Probleme zu lösen sind, nahm Frau Neumeister an Fortbildungen speziell zum Thema „Schülerfirma“ teil. Nach Abwägung aller Gesichtspunkte waren wir uns sehr schnell einig, dass wir die Schülerfirma in Form einer Schülergenossenschaft führen wollen, da uns diese Rechtsform am geeignetsten erscheint.

Wir begleiten die Schüler und sind Ansprechpartner vor Ort

VR meine Bank eG ist Partner der ersten Schülergenossenschaft in Bayern

Wir begleiten die jungen „Genossenschaftlicher“ aktiv beim Gründungsprozedere und praktisch beim Geschäftsbetrieb.

 

Schülerfirmen sind eine hervorragende Möglichkeit um verantwortungsvolles wirtschaften nicht nur durch den Lehrplan, sondern unter realen Bedingungen zu vermitteln. Vorstand Klaus Gimperlein war es eine Herzensangelegenheit, eine solche Schülerfirma in der Rechtsform der Genossenschaft als erste in Bayern auf den Weg zu bringen. Als Partnergenossenschaft begleitet die Bank nun alle offiziellen Schritte, koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Genossenschaftsverband und ist für Fragen jederzeit ansprechbar.

Schüler bereiten Gründungsversammlung vor

BonhoefferStudios eSG gehen noch 2017 an den Start

Genossenschaftler bereiten die Gründung vor und sammeln dabei erste praktische Erfahrungen.

 

Schulleiterin Martina Paulini freut sich, dass die Schülerinnen und Schüler eine ausgesprochen kompetente Unterstützung von Fachleuten aus der VR meine Bank erhalten, die sie fachlich begleitet. Darüber hinaus lernen sie Kompetenzen, die im normalen Fachunterricht mit dieser Praxisnähe niemals vermittelt werden können. Ein Zertifikat über die Mitgliedschaft in der Schülergenossenschaft und den Tätigkeitsbereich ist zusätzlich ein wertvoller Pluspunkt bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz.

 

Gesamte Schulgemeinschaft profitiert von der Schülergenossenschaft und jeder Einzelne bekommt Einblick in die unterschiedlichen Geschäftsfelder eines Unternehmens.

Auch für alle anderen Schülerinnen und Schüler ist die Schülergenossenschaft von Vorteil, denn der künftige Preis für Klassenfotos dürfte weit weniger als bisher betragen. Unterdessen gibt es schon weitere Ideen, welche Dienstleistungen die Schülergenossenschaft noch anbieten könnte.  Doch damit ist man bereits mitten im Aufgabengebiet eines Unternehmers und dies bedeutet, Entscheidungen zu treffen, einen Businessplan aufzustellen und ein Marketingkonzept zu entwerfen.

 

Genossenschaftliches Prinzip fördert unternehmerisches Verständnis ganz nebenbei, davon sind die zuständigen Lehrkräfte überzeugt.

Tatsächlich entsteht unternehmerisches Verständnis quasi nebenbei. „Ich unterrichte diese Schüler nicht im klassischen Sinn“, berichtet Martina Neumeister, Lehrkraft für Englisch, BwR und WR, die die Genossenschaft mit initiiert hat und begleitet. Sie kommen mit Fragen auf mich zu, man diskutiert darüber, sie wollen wissen, wie alles funktioniert“. Als es um die Anteile der neuen Genossenschaft ging und um Stimmrechte, wurde auch schnell klar, was anders ist als beispielsweise bei einer Aktiengesellschaft: Jeder, der Genossenschaftsanteile besitzt, hat in den Versammlungen ein Stimmrecht – egal, mit wie viel Geld er sich beteiligt und wie viele Anteile er gekauft hat. So ist sichergestellt, dass immer alle Mitglieder gemeinsam entscheiden, was die Genossenschaft macht.

 

Schüler suchen weitere „Mitmacher“, die die erste Schülergenossenschaft aktiv mitgestalten und weiterentwickeln.

Anders als üblicherweise einjährige Schülerfirmen ist „BonhoefferStudios eSG“ auf mehrere Jahre angelegt. Durchaus denkbar, dass die Genossenschaft sich noch weitere Tätigkeiten auf die Fahne schreibt. In nächster Zeit wird es vor allem noch darum gehen, mehr Mitschüler zu begeistern und sich aktiv oder als Mitglieder an der Schülergenossenschaft zu beteiligen.  

 

In der Praxis wirtschaften Mitglieder der Genossenschaft nachhaltig und entscheiden demokratisch

Die Schüler lernen, dass Genossenschaften nachhaltig und zukunftsfähig wirtschaften.

Sie entscheiden demokratisch über die Ausrichtung und Entwicklung des Unternehmens.

 

Jedes Mitglied bringt sich mit seiner Stimme ein.

In Zeiten der Klimaerwärmung, Ressourcenknappheit und wachsender sozialer Spannungen in der Welt wird deutlich, dass mittel- und langfristig betriebliche Gewinne nur noch mit Methoden des nachhaltigen Wirtschaftens zu erzielen sein werden. Hierfür muss wirtschaftliches Handeln auch unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten betrachtet werden und eine langfristige Strategie vorhanden sein. In Schülergenossenschaften werden die Konzepte der Genossenschaft und der Nachhaltigkeit zusammengeführt – und Schülerinnen und Schüler zum “zukunftsfähigen Wirtschaften“ geführt.

Darüber hinaus bietet jede Genossenschaft die Möglichkeit, das eigene Unternehmen aktiv mitzugestalten. Im Gegensatz zu z.B. einer AG oder GmbH werden Entscheidungen nicht von Einzelnen, sondern immer gemeinsam und demokratisch getroffen. Unabhängig von der Menge der Anteilsscheine hat jedes Mitglied das gleiche Mitbestimmungsrecht. Dies bietet den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit Demokratie hautnah zu erleben.