Betriebliche Altersvorsorge (bAV)

Betriebsrentenstärkungsgesetz

Um die Altersversorgung der Beschäftigten zu verbessern, stärkt der Gesetzgeber seit 2018 die betriebliche Altersversorgung gezielt mit dem Betriebsrentenstärkungsgesetz. Mit dieser bAV-Reform wurde die Attraktivität der betrieblichen Rente enorm erhöht. Und besonders kleine und mittelständische Betriebe erhalten neue Anreize, um die betriebliche Altersversorgung ihrer Mitarbeiter zu fördern.

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz im Überblick

Qualifizierte Mitarbeiter sind die Zukunft Ihres Unternehmens. Sie gilt es zu gewinnen und zu binden. Eine betriebliche Altersversorgung ist dabei ein entscheidendes Instrument. Darum hat der Gesetzgeber das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) auf den Weg gebracht.

Das Ziel: Die Stärkung der betrieblichen Altersversorgung (bAV).

Für Sie als Unternehmer bietet das BRSG große Chancen, aber auch klare Handlungsaufforderungen:

  • Chancen, denn durch die Fördermaßnahmen entstehen neue attraktive Möglichkeiten zur Stärkung der bAV in Ihrem Unternehmen.
  • Handlungsbedarf, denn einige Gesetzesänderungen betreffen Arbeitgeber, die bereits eine bAV anbieten. Prüfen Sie darum Ihre bestehenden Versorgungsordnungen umgehend auf Änderungsbedarf.

Optimieren Sie Ihre Betriebsrenten für alle Beteiligten!

Was das BRSG für Sie und Ihr Unternehmen bedeutet.

Pflicht-Arbeitgeberzuschuss

Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis bei bAV durch Entgeltumwandlung.

Bei einer Entgeltumwandlung (Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds) spart in der Regel nicht nur der Arbeitnehmer, sondern auch der Arbeitgeber Sozialabgaben.

Ab 2019 muss der Arbeitgeber bei Neuverträgen, soweit er Sozialversicherungsbeiträge spart, pauschal 15 % in den bAV-Vertrag des Arbeitnehmers als Zuschuss einzahlen. Bei bestehenden Verträgen greift diese Regelung ab 2022. Ein Arbeitgeberzuschuss motiviert die Mitarbeiter und bindet sie stärker an Ihr Unternehmen. Den Zuschuss können Sie bereits heute in Ihr Versorgungsangebot einbauen, so sind Sie für 2019 bestens aufgestellt.
Überprüfen Sie bestehende Regelungen für Arbeitgeberzuschüsse, um Doppelansprüche zu vermeiden.

Steuerliche Förderung für bAV: Erhöhung von 4 auf 8 %.

Ab 2018 ist es möglich, steuer- und sozialversicherungsfrei deutlich mehr Geld in eine Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds zu investieren. Bis zu 8 % (bisher 4 %) der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) können steuerfrei in eine bAV gezahlt werden, das sind 6.240 EUR (in 2018) jährlich. 4 % der Beiträge sind zudem sozialversicherungsfrei.

Beiträge von bisher bestehenden „Alt“-Direktversicherungen nach § 40 b EStG werden dabei angerechnet. Der bisherige Zusatzbetrag von 1.800 EUR entfällt. Besonders interessant für Fach- und Führungskräfte in Ihrem Unternehmen mit höherem Einkommen und damit höherem Versorgungsbedarf.

Nutzen Sie den erhöhten Gestaltungsspielraum bei der Versorgung Ihrer Mitarbeiter.

Was Ihnen der neue bAV-Förderbetrag bringt.

Mitarbeiterbindung wird staatlich gefördert. Dafür sorgt der neue bAV-Förderbetrag für Mitarbeiter mit einem Einkommen bis tl. 2.200 EUR

Vorteile für Arbeitgeber:

  • Mitarbeiter binden
  • Steuervorteile nutzen
  • Arbeitgeberattraktivität steigern

bAV-Förderbetrag nutzen – So einfach geht‘s:

Als Arbeitgeber zahlen Sie zusätzlich zum Lohn Ihrer Angestellten zwischen 240 und 480 EUR jährlich in eine zusätzliche bAV ein - 30 % des Beitrags, max. 144 EUR, können Sie bei der nächsten Lohnsteuer-Anmeldung direkt verrechnen. Der neue Förderbetrag (§ 100 EStG) besteht für den Arbeitgeber zusätzlich zu den bisherigen Förderungen in der bAV.

Sozialpartnermodell

Das neue Sozialpartnermodell bietet auf Basis tarifvertraglicher Vereinbarungen neue Wege für die bAV. Es kann ausschließlich im Rahmen von tarifvertraglichen Regelungen vereinbart werden. 

Die fünf Durchführungswege der betrieblichen Altersvorsorge

Jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, seinen Mitarbeitern eine betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung anzubieten. Man unterscheidet fünf Varianten, die so genannten Durchführungswege.

Die Direktversicherung

Weitergabe der Sozialversicherungsersparnis bei bAV durch Entgeltumwandlung.

Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber eine Rentenversicherung auf das Leben seines Arbeitnehmers ab. Auch Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenleistungen können abgesichert werden. Bezugsberechtigt für die Leistungen sind der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen. Die Beiträge können vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung oder von beiden gemeinsam finanziert werden.

Für Arbeitnehmer ist ein Beitrag nach § 3 Nr. 63 EStG bis zu 8% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG-GRV(West)) steuerfrei und bis zu 4 % der BBG-GRV (West) sozialversicherungsfrei. Im Jahr 2018 sind das 6.240 EUR, die jährlich steuerfrei eingezahlt werden können (520 EUR im Monat). Die Steuerfreiheit der Beiträge in der Ansparphase bewirkt, dass die Leistungen in der Leistungsphase dann im vollen Umfang zu versteuern sind. Für viele Arbeitnehmer ist dies jedoch vorteilhaft, da sie im Ruhestand über weniger Einkommen und damit über einen niedrigeren Steuersatz verfügen.

Die Pensionskasse

Der Arbeitgeber schließt bei der Pensionskasse eine Rentenversicherung auf das Leben seines Arbeitnehmers ab. Auch Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenleistungen können abgesichert werden. Die Pensionskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmen getragen werden kann und dem Arbeitnehmer oder seinen Hinterbliebenen einen Rechtsanspruch auf ihre Leistungen gewährt. Die Beiträge können vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung oder von beiden gemeinsam finanziert werden.

Auch bei der Pensionskasse ist ein Beitrag von bis zu 8% der BBG-GRV (West) in der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei und bis zu 4 % der BBG-GRV (West) sozialversicherungsfrei. Die Steuerfreiheit der Beiträge in der Ansparphase bewirkt, dass die Leistungen in der Leistungsphase dann zu versteuern sind. Für viele Arbeitnehmer ist dies jedoch vorteilhaft, da sie im Ruhestand über weniger Einkommen und damit über einen niedrigeren Steuersatz verfügen.

Der Pensionsfonds

Der Pensionsfonds ist eine vom Unternehmen unabhängige und selbstständige Versorgungseinrichtung, die Altersvorsorgeleistungen erbringt und der staatlichen Versicherungsaufsicht unterliegt. Die Altersvorsorgeleistungen des Pensionsfonds werden für die Arbeitnehmer eines oder mehrerer Arbeitgeber durch Pensionspläne geregelt. Die Beiträge werden vom Arbeitgeber an den Pensionsfonds überwiesen. Die Beiträge können vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer durch Entgeltumwandlung oder von beiden gemeinsam finanziert werden. Die Versorgungsleistungen müssen in Form von lebenslangen Rentenzahlungen erbracht werden.

Wie bei der Direktversicherung und der Pensionskasse sind die Beiträge zum Pensionsfonds bis zu 8% der BBG-GRV (West) steuerfrei und bis zu 4 % der BBG-GRV (West) sozialversicherungsfrei. Die Steuerfreiheit der Beiträge in der Ansparphase bewirkt, dass die Leistungen in der Leistungsphase dann zu versteuern sind.

Der Pensionsfonds ist in Deutschland der jüngste Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Bei ihm können Arbeitnehmer stärker als bei anderen Durchführungswegen selbst bestimmen, ob sie von den Renditechancen der Kapitalmärkte profitieren möchten. Im Vergleich zu den anderen Formen der betrieblichen Altersversorgung kann ein höherer Kapitalanteil in Aktien angelegt werden. Dadurch erhöhen sich die Chancen auf höhere Leistungen. Im gleichen Maße nehmen auch die Risiken zu. Bei einer Beitragszusage mit Mindestleistung stehen im Versorgungsfall mindestens die eingezahlten Beiträge zur Verfügung.

Der Pensionsfonds untersteht der Aufsicht und der Anlageregulierung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.

Die Unterstützungskasse

Die Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung mehrerer Trägerunternehmen. Mit nahezu unbegrenzten Leistungshöhen können hier auch große Versorgungslücken geschlossen werden. Damit ist sie ideal zur Versorgung von Fach- und Führungskräften sowie für Gesellschafter-Geschäftsführer geeignet.

Von großer praktischer Bedeutung ist die kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse, die ihre Leistungen über den Abschluss von Lebens- oder Rentenversicherungen bei einer Versicherungsgesellschaft absichert. Es erfolgt kein Bilanzausweis – die Unternehmenskennzahlen des Arbeitgebers bleiben dadurch unberührt.

Versorgungsverpflichtungen werden vollständig ausgelagert. Der Arbeitgeber wird Trägerunternehmen der Unterstützungskasse und führt die vom Arbeitnehmer umgewandelten Gehaltsteile als Zuwendungen der Unterstützungskasse zu.

Je nach Leistungsplan ist eine einmalige Kapitalzahlung oder eine laufende Rentenzahlung möglich. Auch Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenleistungen können abgesichert werden.

Die Beiträge sind für Arbeitnehmer in voller Höhe steuerfrei und bis zu 4% der BBG-GRV (West) sozialversicherungsfrei. Die späteren Leistungen werden als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit versteuert.

Die Pensionszusage

Mit der Pensionszusage verpflichtet sich das Unternehmen seinen Arbeitnehmern oder deren Angehörigen ab Eintritt des Versorgungsfalles (Ruhestand, Invalidität, Tod) aus betrieblichen Mitteln eine Versorgung zu zahlen. Für die Pensionszusage muss das Unternehmen Pensionsrückstellungen in der Bilanz bilden, deren Zuführungen den steuerpflichtigen Gewinn reduzieren.

Das mit der Erteilung der Pensionszusage verbundene finanziellen Risiko des Versorgungsfalls kann durch den Abschluss einer Rückdeckungsversicherung abgesichert werden. Der Arbeitgeber schließt als Versicherungsnehmer eine Lebensversicherung auf das Leben des Arbeitnehmers ab. Bezugsberechtigt ist der Arbeitgeber. Er erhält dann im Leistungsfall das Kapital, das er benötigt, um sein Leistungsversprechen gegenüber dem Mitarbeiter zu erfüllen.

Wie bei der Unterstützungskasse sind die Beiträge in voller Höhe steuerfrei und bis zu 4 % der BBG-GRV (West) auch sozialversicherungsfrei. Die späteren Leistungen werden als Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit versteuert.

Die Pensionszusage ist gerade für Personen mit höheren Einkommen eine gute Option zur Schließung der Versorgunglücke, da weder die Zusagenhöhe noch die Beitragshöhe limitiert sind.

Branchenversorgungswerke

Was steckt dahinter?

Mehrere Unternehmen einer Branche bündeln die betriebliche Altersvorsorge für Ihre Mitarbeiter in einem eigenen Einrichtung. Die Vorteile dabei sind mehr Sicherheit durch die Zusammenarbeit mit mehreren Anbietern, bessere Konditionen durch die Bündelung vieler Beschäftigter einer Branche und damit einhergehend auch eine bessere Gesamtverzinsung.

Unter anderem arbeiten wir bereits mit folgenden Branchenversorgungswerken zusammen:

Ihre Ansprechpartner zur betrieblichen Altersvorsorge:

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